Flugplatz Wunstorf (DE)

High-Tech-Tore für die Airbus A400M Hangars

Butzbach Aviation liefert fünf Hangartoranlagen in Größen bis zu 160 m Breite für die neuen deutschen Militär-Transportflugzeuge Airbus A400M.

Der Flugplatz im niedersächsischen Wunstorf hat eine lange Geschichte, die gerade ein sehr umfangreiches neues Kapitel erfährt: Die Bundeswehr baut den Airport zum zentralen Standort des neuen Transportflugzeugs Airbus A 400 M aus. Für die neuen Hangars auf dem Terrain lieferte Butzbach GmbH Industrietore insgesamt fünf Hangartor-Anlagen, jedes in Ausstattung, Öffnungsart und Sicherheitskriterien an die individuelle Nutzung des Hangars angepasst. „Wunstorf ist ein Vorzeigeprojekt, das unsere Leistungsfähigkeit im Produktportfolio wie auch in der Projektabwicklung für solch umfangreichen Anforderungskriterien exemplarisch aufzeigt.“, erläutert Dafne Joel, Leiterin Aviation bei Butzbach. Die einzelnen, mit Fiberglaspaneelen lichtdurchlässig gestalteten Tore beeindrucken allein schon durch ihre Dimension, Funktion und Sonderausstattung:

Für die beiden Instandhaltungshallen zwei jeweils zweiflügelige Schiebetore mit 105 x 17,5 m, für individuellen Zugang zu den je 2 Dockplätzen. Im Hangartor sind Trucktore und Gehtüren integriert.Für die Ausbildungsanlage ein Rundlauftor 51 x 10,5 m mit Seitenleitwerkstor im Sondermaß 25 x 7 m für das T-Leitwerk des A400M. Beim Rundlauftor werden die Torflügel beim Öffnen innen an der Seitenwand entlang geführt, die komplette Hallenfront kann genutzt werden.Für das Simulatorgebäude ein kleineres Schiebetor mit 10 x 10,5 m und zwei Hubtore mit 6,4 x 8 m.Die Toranlage für die Wasch- und Wartungshalle ist die größte auf dem gesamten Komplex mit ihren 160 x 17,5 m und besteht aus 3 einzeln verfahrbaren Torflügeln mit einem Gewicht von jeweils ca. 44 t.

Butzbachs Aviation Verkaufsleiter Thomas Merk fasst die spezifischen Anforderungen an die Tore und die von Butzbach dafür entwickelten Lösungen zusammen: „Alle Tore sind für einen sicheren und einfachen Ganzjahresbetrieb mit beheizbaren Laufschienen und Elektroantrieb ausgestattet, bei Stromausfall ist jederzeit eine händische Bedienung möglich so dass eine nahezu 100-prozentige Betriebssicherheit gewährleistet wird. Durch die Butzbach-spezifische Torführung werden auch Binderabsenkungen kompensiert, so dass selbst hohe Schneelasten auf dem Hangar keine Auswirkung auf den Torbetrieb haben.“ Neben der Anwendungssicherheit gab es noch eine Reihe weiterer Leistungsanforderungen: So wurden aus Sicherheitsgründen jeweils eine gehobene Sicherheitsausstattung und eine dezentrale Torüberwachung installiert. Für eine bestmögliche Nutzung des Tageslichts sind alle Tore mit lichtdurchlässigen, von Butzbach selbst hergestellten Fiberglaspaneelen ausgestattet. Diese kamen auch für großflächige Fassadenbereiche zum Einsatz, allein bei der Wasch- und Wartungshalle im Umfang von 3.800 m2. Mit U-Werten bis zu 1,1 W/m2K leisten diese auch einen wesentlichen Beitrag zur Energieeinsparung durch optimierte Wärmedämmung und gleichzeitig durch deutlich reduzierten Kunstlichtbedarf in den hellen, schlagschattenfreien Arbeitsbereichen.

Konsequentes Projektmanagement für Fertigung, Montage und Logistik:
Gesteuert und koordiniert werden die Tor-relevanten Details des Bauvorhabens durch einen Projektleiter von Butzbach, der als Ansprechpartner für alle Beteiligten fungiert und die Ausführung von der Planung bis zur Abnahme begleitet. Dazu ist er auch regelmäßig vor Ort auf der Baustelle. Im Fall des Fliegerhorstes Wunstorf ist Axel Knussmann der zuständige Projektleiter. Zu seinen Aufgaben zählte zu Beginn der Maßnahmen insbesondere die Kontrolle der Vorgewerke, bei der man sich vor Ort von der Richtigkeit der Ausführung überzeugt. Vor Beginn der Fertigung finden eine detaillierte Absprache zwischen den beteiligten Gewerken und die Klärung aller relevanten technischen Details statt. Etwa 16 Wochen dauert die reine Produktionszeit für ein Hangartor mit Maßen wie in Wunstorf. So weit wie möglich wird jedes Tor im Butzbach Werk vormontiert, so dass vor Ort nur noch größere Komponenten zusammengebaut werden müssen. Am Montageort ist zu diesem Zeitpunkt die Baustelle schon eingerichtet. „Wir planen das im Detail so, dass wir autark arbeiten können“, erläutert Axel Knussmann, „dabei sind vor allem die zur Verfügung stehende Flächen für Lagerung, Rangieren, Abstellen wichtig, darauf müssen wir uns vorher sehr genau einstellen, damit es vor Ort keine Verzögerungen gibt.“

Für das Butzbach Team um Thomas Merk und Axel Knussmann ist ein Projekt erst abgeschlossen, wenn der Kunde damit zuverlässig und problemfrei arbeitet. Die Tatsache, dass sie nacheinander alle Aufträge für Hangartore und Fiberglasfassaden in Wunstorf für Butzbach erhielten, sehen sie als Zeichen, dass sowohl beim Produkt als auch die Projektmanagement alles zur Zufriedenheit der Auftraggeber abgewickelt werden konnte.

Infos zum Fliegerhorst Wunstorf:
Der Fliegerhorst Wunstorf ist nach Angaben der Bundeswehr ihre derzeit größte Baustelle. Wenn alle Maßnahmen beendet sind, werden rund 565 Millionen Euro verbaut sein. Der größte Teil davon fließt in den Neubau von Gebäuden und Infrastruktureinrichtungen für die künftig dort stationierten 40 Transportflugzeuge des Typs Airbus A400M. Begonnen haben die Maßnahmen bereits im Jahr 2009. Am Anfang des Projektes standen für Butzbach Aviation die europaweiten Ausschreibungen für die Tore. Zuständig dafür sind zwei Zivilbehörden, nämlich das Staatliche Baumanagement Weser-Leine und das Staatliche Baumanagement Osnabrück-Emsland. Beide Behörden betreuen hunderte von Liegenschaften im Besitz des Bundes und des Landes. Sie sind der Oberfinanzdirektion Niedersachsen zugeordnet, die letztlich die Abwicklung und sachgerechte Verwendung der Investitionen überwacht. Maßgebende Norm für die in Wunstorf verbauten Tore ist die europäische Produktnorm DIN EN 13241-1. Sie ersetzt seit einigen Jahren die nationalen Normen und regelt Sicherheits- und Leistungsanforderungen für alle kraft- und handbetätigten Tore und Schranken in privaten, gewerblichen und öffentlichen Bereichen, die für den Zugangsbereich von Personen oder von ihnen begleiteten oder gesteuerten Waren und Fahrzeugen vorgesehen sind. Nach den Vorgaben dieser Norm und weiterer individueller Spezifikationen wurden die Tore für den Fliegerhorst Wunstorf gebaut.

  

Verwendete Produkte

Fassade:

insgesamt über 6000 m2 Fiberglas-Fassade VARIOPLANplus (Außen- und Innenfassaden), Farben Smaragd-Grün und Brillant

Tore:

2 zweiflügelige Schiebetore, 105 x 17,5 m, integrierte Türen und Truck-Tore, Torfüllung aus Fiberglas, Farbe: Smaragd-Grün
1 vierflügeliges Rundlauftor, 51 x 10,5 m, inklusive Seitenleitwerkstor (Hubtor SPACELITE HT200, 25 x 7m), Torfüllung aus Fiberglas, Farbe: Brillant
1 einflügeliges Schiebetor, 10 x 10,6 m, Torfüllung aus Fiberglas, Farbe: Brillant
1 dreiflügeliges Schiebetor, 160 x 17,5 m, Torfüllung aus Fiberglas, Farbe: Brillant
2 Hubtore SPACELITE HT60, 6,4 x 8 m, Torfüllung aus Fiberglas, Farbe: Brillant