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Ein Hangartor für den Giganten der Lüfte

Den Airbus A380 kann man nur mit Superlativen beschreiben – das gilt auch für seine „Garage“, deren Hangartor von Butzbach hergestellt wurde und über 5000 Quadratmeter groß ist.

Richten die Bewohner des Nobelviertels Othmarschen ihren Blick über die Elbe, fällt er auf das Hamburger Werk von Airbus. Jenseits des Stroms wurde das derzeit größte Passagierflugzeug der Welt hauptsächlich entwickelt, hier werden seine Rumpfsektionen gebaut und montiert, es wird ausgerüstet, mit Innenausstattung versehen und lackiert. Der Airbus A380 lässt in der Basis-Version 555 Flug gäste in seinen Bauch, in zwei durchge hende Passagierdecks, bei Bedarf finden 300 weitere Personen Platz.

So können die Ausmasse des Riesenvogels nicht verwundern. Der Airbus A380 ist über 24 Meter hoch, über 72 Meter lang, hat eine Flügelspannweite von knapp 80 Metern, benötigt reichlich Stell- und Rangierplatz und folglich eine ziemlich große „Garage”. Allein das dreigeteilte Hangartor des „Flightlinecenter“ von Airbus hat eine Fläche von 5130 Quadratmetern, ist 190 Meter lang und 27 Meter hoch. Den Auftrag zur Herstellung erhielt Butzbach, Technologieführer im Bereich der Sondertore. „Von der Gesamtfläche und vom Auftragsvolumen her gesehen war es der größte Auftrag in der Firmengeschichte”, freut sich Thilo Butzbach, geschäftsführender Gesellschafter der Firmengruppe Butzbach. Dazu kam es einerseits, weil die EADS (European Aeronautic Defence and Space Company) mit ihren Tochterunternehmen wie Airbus bereits zuvor einer der größten Kunden von Butzbach war. In den vergangenen 20 Jahren wurden Hangartore, aber auch viele so genannte Fiberglashubtore für Airbus in Deutschland und für den Stammsitz in Toulouse geliefert.

Bei anderen Projekten im Bereich der Luftschiffahrt hat das Unternehmen ebenfalls große Erfahrung. „Weltweit wurden von uns bereits über 400 Tore für Flugzeughallen realisiert. Grob geschätzt liefern wir im Hangartorbereich ungefähr 20.000 Quadratmeter Tore pro Jahr, verteilt auf 30 bis 40 Projekte”, resümiert Thilo Butzbach. Zu den Kunden gehören internationale Flughäfen wie Frankfurt/Main, Basel oder Istanbul und Hersteller und Wartungsbetriebe wie Airbus oder die Dassault Aviation. Außerdem zählen Fluggesellschaften wie Lufthansa, Asiana Airlines und Militäreinrichtungen zu den langjährigen Kunden. Knapp 70 Prozent des Umsatzes werden durch Industrietore erwirtschaftet. In diesem Bereich spielen Hangartore mit 20 bis 25 Prozent vom Umsatz eine immer wichtigere Rolle, nicht zuletzt wegen des Mega-Projekts. Vor Airbus selbst hat Thilo Butzbach Hochachtung: „Wenn man betrachtet, was schon eine relativ einfache Baustelle an Projektierungsaufwand in Anspruch nimmt, dann wird die Leistung von Airbus von der Planung bis zur Fertigung des A380 um so höher bewertet.“ Jedoch waren auch Planung und Ausführung des Hangartores gewaltige Aufgaben. Von der Auftragserteilung bis zur Fertigstellung der Toranlage vergingen rund acht Monate. Mit weitaus mehr Zeit wäre zu rechnen gewesen, wenn die Elemente keinen hohen Vorfertigungsgrad gehabt hätten. „Unsere Stahlrahmenteile einschließlich der Endlackierung konnten wir zum Glück weitestgehend im Haus vorbereiten, ebenfalls die Aluminium-Elemente”, berichtet Thilo Butzbach.

Die vorgefertigten Teile von bis zu 22 Metern Länge wurden auf 25 Sattelschleppern transportiert. Sie waren auf der Straße unterwegs und auf so genannten Ro/Ro-Fähren, die die Fracht elbaufwärts brachten. „Auf einem anderen Weg wäre die Baustelle für unsere Sattelschlepper nicht zugänglich gewesen”, erläutert Thilo Butzbach. Vor allem bei den Aluminium-Elementen stellte sich für das Unternehmen nicht nur die Frage des Transportes, sondern auch die nach der besten Handhabung vor Ort. Durch die Vormontage der 1.750 Millimeter breiten und 5.990 ho- hen Elemente konnten sie einfach auf den zunächst am Boden liegenden Torflügel montiert und verglast werden. Für die Montage wurden bis zu 15 Mitarbeiter drei Monate lang eingesetzt. „Die Koordination mit den anderen Gewerken bei sehr hohem Termindruck war eine wesentliche Herausforderung. Darüber hinaus fand die Installation bei zum Teil sehr schlechten Wetterbedingungen statt – die Strapazen und Anforderungen der Baustelle wurden aber von unseren Monteuren in bewährter Manier gemeistert”, so Thilo Butzbach. Trotz Zeitdruck, Wind- und Wetter richteten zwei große Mobilkräne das Tor schließlich fristgerecht auf und brachten es in die Laufvorrichtung. 

Hinter dem Hangartor werden nun die fertigen A380-Maschinen unter anderem gründlich inspiziert und von den Airbus-Kunden aus Europa und dem Nahen Osten abgenommen. Jeder dieser Kunden ist also mindestens einmal live dabei, wenn sein neuer Superjumbo durch ein Butzbach-Tor rollt. Darin sieht der Thilo Butzbach Chancen für Folgeaufträge: „Natürlich hoffen wir darauf, dass sich die Ingenieure und Einkäufer nicht nur für Ihr neues Flugzeug, sondern auch für unser reibungslos funktionierendes Hangartor begeistern. Da die bisherigen Anlagen für den A380 schlicht zu niedrig sind, muss sich jeder Käufer des Riesenvogels früher oder später mit einer Unterkunft für das Schmuckstück auseinandersetzen.” Die Erwartungen sind berechtigt: Butzbach führt bereits konkrete Verhandlungen über weitere A380-Mega-Anlagen. 

 

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